Archiv für den Monat: Dezember 2014

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Teststreifen bei einer Blasenentzündung: Ist das sinnvoll?

Blasenentzündungen sind eine vor allem bei Frauen häufige Erkrankung. Seit einigen Jahren sind Teststreifen in den Apotheken erhältlich, mit denen man selbst bestimmte Entzündungsparameter zu Hause feststellen kann. Die Teststreifen können die Selbstständigkeit Betroffener gut unterstützen, wenn man um die Grenzen ihrer Aussagefähigkeit weiß.

Grundsätzliches zur Blasenentzündung

In vielen Fällen werden Blasenentzündungen durch Bakterien hervorgerufen, die zum Beispiel aus dem Darm in den Harnwegsbereich gelangen können. Manchmal passiert dies unabsichtlich beim Toilettenbesuch. Die weibliche Harnröhre ist kürzer als die von Männern, so dass Krankheitserreger leichter in den inneren Harntrakt gelangen können. Dabei kommen bei dem Krankheitsbild Blasenentzündung verschiedenste Verläufe vor: Unkomplizierte Infektionen heilen oft in wenigen Tagen aus, und können mit reichlich Flüssigkeit und entsprechenden pflanzlichen Mitteln gut selbst behandelt werden. Andere Entzündungen nehmen einen schweren, fiebrigen und schmerzhaften Verlauf, können auch das Nierenbecken erreichen und benötigen unbedingt eine antibiotische oder andere spezifische Behandlung. Besonders unangenehm ist, dass Blasenentzündungen oft Rezidive ausbilden, also wiederholt auftreten und verschiedene Lebensabschnitte wie Schwangerschaft und Wechseljahre geradezu prägen können. Oft reagiert die empfindliche Blase nach mehreren Rezidiven ständig gereizt und verkrampft, ohne dass man eine echte Entzündung nachweisen kann. Gerade dann können Teststreifen sinnvoll sein, um solche Beschwerden von einer echten Infektion selbstständig abgrenzen zu können.

Testtreifen – Möglichkeiten und Grenzen

Die Apotheke hält heute für verschiedenste Bereiche Harnteststreifen im Angebot.
Unter anderem zeigen diese Teststreifen das Vorhandensein weißer Blutkörperchen und auch Blut im Urin auf – alles potentielle Anzeichen einer infektiösen Entzündung. Weitere Messgröße ist Nitrit.
Der Nachweis von Nitrit im Harn weist auf Bakterien hin. Proteine können ebenfalls auf Bakterienreste bei einer Blasenentzündung hinweisen. Der Teststreifen gibt damit bei korrekter Anwendung erste Hinweise darauf, ob eine Blasentzündung vorliegt. Betroffene können damit harmlose Blasenreizungen vom Infekt abgrenzen. Sprechen die Messwerte für eine Blasenentzündung, wird man im Regelfall den Arzt konsultieren und die weitere Behandlung mit ihm absprechen. Der Teststreifen ersetzt in keinem Fall eine komplette Laboranalyse beim Arzt, die regelmäßig auch Aufschluss über die Art des Erregers geben kann. Denn nicht nur Darmbakterien können die Harnwege betreffen, auch verschiedene Geschlechtskrankheiten und Pilzinfektionen gehen mit Blasenentzündungen einher. Daher ist der Arztbesuch so wichtig, denn die verschiedenen Erreger sprechen auf unterschiedliche Behandlungen an. Das Ergebnis des Teststreifens entscheidet grundsätzlich nur die Frage: Zum Arzt oder nicht.

Bei allen unklaren Teststreifenanzeigen sollte ebenfalls der Arzt aufgesucht werden. Im Übrigen verschaffen sich viele Ärzte selbst mit den Streifen einen ersten Eindruck zur Infektionslage.