Archiv für den Monat: Oktober 2013

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Welche natürlichen Schleimlöser sind empfehlenswert?

Husten, Schnupfen, Heiserkeit – im Herbst suchen viele an Erkältung leidende Menschen nach Linderung. Bei Erkrankungen der oberen Atemwege helfen natürliche Schleimlöser und Kräuterauszüge aus Thymian oder oder Salbei wirkungsvoll, um gut abhusten und wieder frei atmen zu können.

Natürliche Schleimlöser aus dem Küchenschrank
Jeder hat es, jeder braucht es: Kochsalz.

Das Angebot an Nasensprays und Dosiersprays, die auf einer Kochsalzlösung basieren, ist riesengroß. Genauso gut wirkt aber auch ein Dampfbad über heißem Salzwasser. Es beruhigt die Schleimhäute in Nase, Hals und Rachen, hält diese feucht und bekämpft Viren und Bakterien. Hierzu werden drei Esslöffel Salz in eine Schüssel gegeben und mit heißem Wasser übergossen. Anschließend wird mindestens zehn Minuten der Dampf eingeatmet, indem Sie den Kopf über die Schüssel beugen und mit einem Handtuch abdecken. Sie können statt Salz auch Lindenblüten, Salbei oder Minze ins Wasser geben – ein Teebeutel reicht aus, wenn Sie die Kräuter nicht in getrockneter Form zur Verfügung haben. Der heiße Dampf sorgt zusätzlich für ein gutes Hautbild und mildert Rötungen und Pickel.

Wunderwaffen: Zwiebel, Honig, Meerrettich
Zwiebeln und Honig sind weitere, gut bewährte natürliche Schleimlöser. Vor allem Zwiebelsaft ist ein altes Hausmittel, auf das die Großeltern schwören. Die ätherischen Öle wirken entzündungshemmend und schleimlösend. Hierzu geben Sie eine geschnittene Zwiebel in eine kleine Glasschüssel, streuen etwas Zucker darüber und lassen sie mit Folie abgedeckt über Nacht an einem kühlen Ort stehen. Der so entstandene Saft schmeckt sogar kleinen Kindern.
Der gleiche Effekt wird mit einem ausgehöhlten Meerrettich erreicht. Hierzu wird ein großer Meerrettich halbiert, ausgehöhlt und mit Honig oder Zucker gefüllt. Der Sirup, der sich beim Stehen über Nacht bildet, ist ein sehr gut wirkender Schleimlöser.

Kamille soll übrigens bei Erkältungskrankheiten nicht verwendet werden, weil es die Schleimhäute austrocknet und so einen gegenteiligen Effekt erzeugt.

Hühnerbrühe als Stärkung des Immunsystems
Auch der Körper braucht Stärkung, um eine Erkältung gut zu überstehen. Hühnerbrühe ist ein Hausmittel, das nicht nur gut schmeckt, sondern auch entzündungshemmende Eigenschaften besitzt. Dabei ist es gleich, ob Sie das Huhn selbst kochen oder fertige Hühnerbrühe aus dem Glas verwenden.

Um die Schleimhäute nicht zusätzlich zu reizen, verwenden Sie weiche und gut verdauliche Nahrungsmittel. Der Klassiker Griesbrei mit Zucker und Zimt macht satt und ist gesund, denn Zimt wirkt ebenfalls antibakteriell.

Viel trinken ist bei einer Erkältung mit Husten und Schnupfen das A und O. So bleiben die Schleimhäute feucht und das Abhusten wird erleichtert. Weitere wohlschmeckende natürliche Schleimlöser sind milde Lutschpastillen und Bonbons mit Kräuterauszügen, die Sie in jeder Apotheke erhalten.

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Hilft Honig gegen Halsschmerzen?

Jeder kennt es, niemand möchte es – das unangenehme Kratzen im Hals, die Heiserkeit, häufig in Verbindung mit Husten, und im schlimmsten Fall steht morgen auch noch eine wichtige Präsentation an. Es gibt viele Hausmittel, die wahre Wunder versprechen in Bezug auf Linderung der Halsschmerzen. Ein besonders bekanntes Mittel ist der Einsatz von Honig gegen Halsschmerzen. Doch in wie weit hilft Honig wirklich?

Honig pur
Honig wird allgemein als eine Art Allheilmittel angesehen. Er enthält eine reiche Palette an Nährstoffen, besonders in seiner unbehandelten Form. Der unbehandelte Honig ist generell gesünder, als geklärter und mit Zucker zugesetzter Honig.

Was Honig als Heilmittel gegen Halsschmerzen qualifiziert, ist seine ummantelnde Eigenschaft. Honig ummantelt die Speiseröhre mit seiner sirupartigen Textur. Er fungiert in der Hinsicht ähnlich einem Hustensaft bzw. Hustensirup und schützt gereizte Stellen im Hals.

Am wichtigsten ist jedoch ein natürlicher Inhaltsstoff des Honigs. Die Bienen, die den Honig produzieren, bringen natürliche Antibiotika in den Honig. Kanadische Forscher um Talal Alandejani von der Universität Ottawa haben in Studien nachgewiesen, dass durch eine Behandlung mit Honig mehr Bakterien abgetötet werden als durch zum Vergleich eingesetzten Antibiotika.

Deswegen hilft Honig auch in anderen infektiösen Krankheitsfällen. Das ist allerdings auch der Grund, weshalb pflanzliche Honig-Ersatzprodukte wie Agavendicksaft oder Dattelsirup nicht so wirkungsvoll sind wie Honig, da sie nur den Hals schonen, nicht aber die Bakterien im Körperinneren bekämpfen.

Das Besondere am Honig ist, dass er in manchen Fällen besser als viele apothekenpflichtige Halsschmerztabletten wirkt. Während Lutschtabletten meist den Schmerz nur betäuben und er dann nach Abklingen der Medikamentenwirkung wieder zurückkehrt, kann der Honig den Schmerz tatsächlich dadurch beseitigen, dass er die bakterielle Infektion bekämpft.

Honig mit Milch oder Tee
Um Honig gegen Halsschmerzen einzusetzen, reicht es im Grunde, diesen teelöffelweise mehrmals täglich zu sich zu nehmen. Allerdings gibt es eine wesentlich wirksamere Methode, die den Honig in seiner besten Eigenschaft dem Körper zuführt.

Das bekannteste Mittel gegen Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit ist der in heißer Milch gelöste Honig – und das zurecht. Milch hat von Natur aus eine beruhigende Wirkung auf die Schleimhäute. In Verbindung mit dem Honig hat man gewisser Maßen einen doppelten Effekt. Des Weiteren wirkt auch die Wärme der Milch dem Reiz entgegen und kann akute Linderung des Schmerzens schaffen. Um jedoch die antibiotische Wirkung des Honigs nicht durch die Hitze beim Aufkochen zu neutralisieren, wird von Medizinern empfohlen, zuerst die reine Milch aufzukochen, und dann den Honig hinzuzugeben. So bleiben übrigens auch weitere wertvolle Stoffe im Honig erhalten.

Eine ähnliche Wirkung erzielt ein warmer Tee. Kamillen-, Pfefferminz- und Fencheltee können durch ihre natürlichen Kräuterwirkstoffe den Hustenreiz mildern. Auch hier ist die Wärme des Tees wieder vorteilhaft bei der Bekämpfung der Halsschmerzen.

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Der beratungsscheue Kunde: Wie sich Online- und Offline-Apothekenkäufer unterscheiden

Apotheken – und vor allem Versandapotheken – stehen bezüglich des Faktors „Beratung“ immer wieder im Kreuzfeuer der Kritik. Neben Qualitätsmängeln wird auch oft die gänzlich fehlende aktive Beratung angeprangert. Man beruft sich dabei darauf, dass sowohl Apotheken vor Ort als auch im Versandhandel zur Beratung verpflichtet sind, falls eine Notwendigkeit erkennbar ist.

Diese Forderung ist bei einem persönlichen Kontakt in einer Apotheke vor Ort verständlicherweise leichter zu erfüllen, als bei der Online-Bestellung in einer Versandapotheke. Denn mangels direkter Kommunikation ist man auf das aktive Nachfragen des Kunden angewiesen. Wie oft aber suchen die Kunden den Rat des Apothekers im Versandhandel?

Wie viel Beratung wünscht der Kunde von einer Versandapotheke?

Wir haben den Test gemacht und über 900 Hotline-Anfragen an unsere Versandapotheke nach Häufigkeit der Themen ausgewertet. Während dieses Zeitraums gingen rund 10.000 Online-Bestellungen bei uns ein.

Es war nicht verwunderlich, dass sich mit ca. 88% die Mehrzahl der Kontakt-Gründe auf versandspezifische Themen bezogen. Etwa 7% der Anfragen bezogen sich auf den Umgang mit Rezepten und lediglich 5% betrafen letztlich die pharmazeutische Beratung oder Fragen nach Wechselwirkungen.

Gemessen an der Gesamtanzahl von 10.000 Bestellungen im Untersuchungszeitraum haben also lediglich 0,5 % der Kunden eine echte pharmazeutische Beratung in der Versandapotheke gesucht.

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Kein Beratungsbedarf oder stört das Internet?

Uns überraschte das geringe Bedürfnis nach Beratung, weil wir in unserer stationären Apotheke andere Erfahrungen machen. Und obwohl unsere Auswertung eindeutig war, hatten wir Zweifel am Ergebnis.

Da unser Shop über einen Online-WechselwirkungsCheck verfügt, betrachteten wir die Aktivitäten dort und stellten fest, dass während des Auswertungszeitraums dort 840 Checks durchgeführt wurden. Der WechselwirkungsCheck „Online“ war für den Kunden also 280 mal öfter von Interesse als über die Hotline.

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Überträgt man dieses Ergebnis auf andere allgemeine Beratungsthemen, so tritt die Problematik der Apotheken-Beratung für Versandapotheken deutlich zu Tage. Denn sicherlich hat der Online-Kunde genau das gleiche Informationsbedürfnis wie ein Offline-Kunde, der sich beim Einkauf vor Ort von seinem Apotheker beraten lässt.

Aber im Internet verhält er sich anders. Er vermeidet die telefonische Kontaktaufnahme oder das Verfassen einer E-Mail. Gründe hierfür könnten Bequemlichkeit, mangelndes Vertrauen in den unbekannten Ansprechpartner oder Unsicherheit bei der Fragestellung sein.

Die Beratung im Internet ist stark abhängig davon, ob der Kunde den Kontakt aufnimmt. Im Versandhandel hat der Apotheker nur in wenigen Fällen, z.B. bei möglichen Wechselwirkungen zwischen den bestellten Produkten, die Chance beratend tätig zu werden. Und das auch erst, nachdem der Kunde bereits bestellt hat.

Wie ist eine bessere Apotheken-Beratung im Internet möglich?

Solange es um „technische“ Fragen wie Wechselwirkungen, preiswertere Alternativ-Produkte, Packungsgrößen oder Beipackzettel geht, hat das Internet sicherlich sogar Vorteile. Ein guter Online-Shop kann hier schneller, umfangreicher und präziser Auskunft geben.

Sobald aber Kommunikation notwendig ist, laufen die Bemühungen der Versandapotheke zur Beratung ins Leere. Der Kunde ist anscheinend noch nicht bereit, sich in diesem Punkt auf das Internet einzulassen und sich den neuen Erfordernissen anzupassen.

Um Online-Kunden trotzdem einen qualifizierten Beratungsservice bieten zu können, müssen die Versandapotheken die Initiative ergreifen und neue Wege zur „Echtzeit-Beratung“ finden.

Erste Möglichkeiten wären:

  • Der Shop bietet umfassende Informationen zur Einnahme und Anwendung, Wechselwirkungshinweise, vollständige Produktbeschreibung mit Inhaltsstoffen, sowie mögliche Zusatzinformationen zum Krankheitsbild. Bei Übernahme eines Produktes in den Warenkorb werden die Informationen hierzu angezeigt – Hiermit sollte ein Großteil der Kundenfragen bereits abgedeckt sein!
  • Im Shop wird ein individuelles Kundenprofil geführt. Neben z.B. Alter, Zusatzmedikation, Erkrankungen, Allergien usw. kann der Kunde Themen angeben, die ihn interessieren und zu denen er per Newsletter informiert werden möchte. Bei einer Bestellung wird auf Grundlage des Profils geprüft, welche Beratung oder Informationen für den Kunden hilfreich sein könnten und per Email übermittelt. Idealerweise geschieht dies sogar vor Abschluss der Bestellung – Hiermit wird der Kunde auf Aspekte hingewiesen, die er weiter hinterfragen möchte. Einer persönlichen Beratung kommt man damit schon sehr nahe.
  • Der Shop bietet einen Live-Chat an, über den schriftlich in Echtzeit kommuniziert werden kann – Hiermit wird eine unkomplizierte Kommunikationsmöglichkeit geboten. Ob dieser Service allerdings besser angenommen wird als eine kostenlose Telefon-Hotline, müsste erst geprüft werden.

Vor allem für die Erstellung eines Kundenprofils müssen Patienten aber umdenken und ihre Zurückhaltung bei der Überlassung ihrer persönlichen Daten aufgeben. Denn für eine aktive Apothekenberatung mit hilfreichen Zusatz-Informationen müssen individuelle Patientendaten zur Verfügung stehen.

Hierfür werden die Versandapotheken noch immense Überzeugungsarbeit leisten müssen.